Anmoderation von Marie Stüdemann:
Praktisch überall, wo vor zwei bis drei Jahrzehnten öffentliche Aufgaben privatisiert wurden, haben sich die großen Verheißungen nicht erfüllt. Was meint Ihr zu diesem Thema?

Kommentare (5)

Marcus Izac • 03.07.2023
Gefühlt ist irgendwie beides Mist, oder? Staatlich geht es langsam bis nicht voran, siehe BER, Stuttgart21, Autobahnen und Straßen, die Arbeit in den Ämtern, in denen die Uhren gefühlt nur halb so schnell ticken wie für den Rest der Gesellschaft. Auf den Baustellen scheint es den Auftragnehmern auch nicht gerade um Geschwindigkeit zu gehen (Staat zahlt ja, warum also beeilen?)

Bei allem (teil-) Privatisiertem sieht es da ähnlich aus, hier scheint, wie von anderen beschrieben, der Gewinn die einzige Messgröße zu sein. Bestes Beispiel ist vermutlich die Telekom mit weiterhin Kupfer statt Glasfaser, weil man die Investition scheut. Die Verträge sind dennoch eigentlich unattraktiv wie nur sonst was. Die Bahn ist das nächste Drama, wobei ich da jetzt nicht weiß, ob das Schienennetz noch dem staatlichen Teil gehört.

Die Frage ist eben: Wie löst man das? Wie erzeugt man eine natürliche Motivation für staatliche Stellen nicht alles über zu bürokratisieren und etwas näher am Puls der Zeit zu bleiben? Welche Vorgaben macht man ihnen, damit auch wirklich das geeignetste Unternehmen den Zuschlag bekommt? Welche Möglichkeiten gibt es bei Verzug und Nichterfüllung?

Was braucht es, damit privatisierte Bereiche Effizienz und Qualität in den Vordergrund rücken (müssen)?
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Hans Falkenau • 02.07.2023
Ich kann mich noch gut an die Neunziger erinnern, als PPP - Public Private Partnership - zu uns kam.

Praktisch überall, wo ich es mitbekommen habe, haben sich die Hoffnungen nicht erfüllt. Wobei man angesichts der Umstände, dass dieses Konzept nirgendwo funktioniert hat, fragen muss, ob es diese Hoffnungen jemals gab, oder ob die „Master Minds“ hinter PPP nicht von Anfang an vorhatten, lediglich die staatlichen Aufgaben zu übernehmen, das Geld dafür einzustreichen und dann im Sinne der Gewinnmaximierung möglichst wenig Leistung zu erbringen.
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Grüne Flora • 02.07.2023
Tja, offenbar unterliegt das liberale Mantra, nachdem der Staat immer der schlechtere Unternehmer ist, einem Irrtum.
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René Nehring • 01.07.2023
Ein wichtiges Thema, das keineswegs auf Großbritannien beschränkt ist. Praktisch überall in den westlichen Ländern wurden in den achtziger und neunziger Jahren wichtige Aufgaben der gesellschaftlichen Grundversorgung in private Hände gegeben. Die Argumentation war immer die gleiche: Der Staat sei zu schwerfällig, zu bürokratielastig und überhaupt könnten Unternehmen die Aufgaben viel besser, effizienter und billiger übernehmen. Es zeigte sich dann, daß bis auf wenige Ausnahmen wie der Telekommunikation fast überall die Dinge schlechter wurden: Die Preise gingen nach oben, die Leistungen wurden reduziert, und obendrein häuften einst kerngesunde Unternehmen (das gilt beileibe nicht nur für Themse-Wasser) plötzlich Schulden an.
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