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Anmoderation von Mahdi:
Israel hat Ziele im Iran angegriffen.
Die Informationensind zum jetzigen Zeitpunkt (Samstagmorgen 8 Uhr) sind noch widersprüchlich und ungenau, aber es kann eine weiter Eskalation befürchtet werden.

Kommentare (9)

Mahdi • 19.04.2024
Ich poste auch gleich mal meinen eigenen Kommentar zu dem Vorfall.
Ich hatte gehofft, dass es keinen militärischen Schlag gegen den Iran geben würde, da Israel beim Angriff des Iran keine großen Schäden davongetragen hatte und dieser Angriff nun die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Eskalation erhöht.
Meine Vermutung ist, dass Israel evtl. darauf spekuliert, von der Hisbollah im größeren Stil angegriffen zu werden (seit Monaten beschießt die Hisbollah vereinzelt verschiedene militärische und zivile Ziele in Israel), was dann der Anlass sein wird, in den Libanon vorzurücken, um die Hisbollah zu zerschlagen. Wobei die Militäroperation in Gaza noch nicht abgeschlossen ist und ein 2-Frontenkrieg vermieden werden muss.
Jedoch besteht auch die Gefahr, dass es weitere Angriffe aus dem Iran geben wird.

So oder so hat sich Israel mit dem Krieg gegen die Hamas mit all den tragischen "Nebeneffekten" (zivile Opfer, massive Zerstörung, Vorwurf des Genozids, etc.) und der Eskalation mit dem Iran und dem damit verbundenen Potential eines Flächenbrandes, in eine äußerst unangenehme Situation manövriert.

Das eigentliche Hauptziel der Israelis (offensichtlich aber nicht der Regierung) war ursprünglich die Freilassung der Geiseln, die aber inzwischen überwiegend tot sein dürften und voraussichtlich wird auch keiner lebend den Gazastreifen verlassen.

Ich bin trotz der Gefahr weniger besorgt um meine eigene Sicherheit, als vielmehr zutiefst traurig über die ganze Tragödie für alle unschuldig Beteiligten, die in diesen Sog des Wahnsinns hineingezogen wurden.
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René Nehring • 19.04.2024
Hallo Mahdi, vielen Dank mal wieder für diesen Kommentar und die damit verbundenen Einblicke! Ich hatte ebenfalls nach der Nachricht, daß die israelische Luftabwehr den iranischen Raketenangriff fast vollständig abgewehrt hatte, gehofft, daß sich die Lage etwas beruhigt. Leider ist dem nicht so.

Was den Zwei-Fronten-Krieg angeht, befürchte ich, daß sich Israel damit verheben könnte. Zumal sich die Lage - siehe die Attacken der Huthi-Rebellen auf westliche Handelsschiffe - schnell zu einem Flächenbrand entwickeln kann, der selbst die Kräfte des mächtigsten Bündnispartners Israels - der USA - überfordern dürfte, da die Amerikaner dann gleichzeitig rund um Israel, rund um die Arabische Halbinsel, rund um die Ukraine und nicht zuletzt rund um China gebunden wäre.
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Conny • 19.04.2024
Alles Gute! für dich, deine Familie und Freunde. Danke für die Einschätzung. Wie ist denn die Stimmung der Bevölkerung bzgl. des Regierungsvorgehens? Kontrovers, wie vorher auch, oder unterstützend aufgrund der Krisenlage?
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Mahdi • 19.04.2024
In meinem Umfeld und von dem was ich mitbekomme ist es gespalten.
Es gibt manche, die hinter der Regierung und dem Vorgehen stehen und manche, die gegen die Regierung sind. Jedoch ist die Situation inzwischen so, dass man gar nicht gegen militärische Maßnahmen sein kann, auch wenn man z.B. das Ausmaß der Zerstörung in Gaza kritisch betrachtet.
Ich denke das es Uneinigkeit darüber gibt, in welchem Ausmaß man militärisch vorgeht und nicht, ob man überhaupt militärisch reagiert.

Ich werde jedenfalls nicht das Gefühl los, dass es von den extrem Rechten in der Regierung (Ben Gvir, Smotritsch u.a.) alles bewusst einkalkuliert war und ist, inkl. das Desaster am 7. Oktober. Ich weiß, dass ich mich hier auf Glatteis begebe, aber diesen Leuten traue ich alles zu.
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René Nehring • 19.04.2024
Noch eine Anmerkung zu Deinem letzten Absatz, Mahdi: In den Wochen nach dem 7. Oktober hatte ich einen Artikel darüber gelesen, daß der Terror der Hamas keinesfalls aus dem Nichts kam, sondern die Posten an den Grenzen etliche auffällige Bewegungen auf Seiten der Araber beobachtet und diese auch gemeldet hatten. Diese Berichte wurden jedoch von höheren Instanzen komplett ignoriert. Da man immer aufpassen sollte, nicht zu schnell an Verschwörungen zu glauben, habe ich gedacht, daß die Ignoranz vielleicht auch nur darauf zurückging, daß die Grenzposten fast ausnahmslos mit Frauen besetzt sind, während die höheren Ränge von Männern dominiert werden, und daß letztere die Frauen ganz einfach nicht für voll genommen haben. Aber bei Deinen letzten Ausführungen beschleichen mich wieder Zweifel.
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Hans Falkenau • 20.04.2024
Ich hatte das damals auch gelesen, René, mir aber keine Gedanken darüber gemacht :-(
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Mahdi • 19.04.2024
Du hast mit Deiner Anmerkung recht und dies war /ist ein Teil des Problems.
Es wurden außerdem vor dem 7. Oktober Truppen von der Grenze abgezogen und ins Westjordanland verlegt.
Und dann hatte ich mal gelesen, dass das Novafestival kurz vor Begin an einen anderen Ort, näher an den Gazastreifen verlegt wurde. Und das obwohl es an der Grenze immer wieder zu Spannungen kam und noch am Morgen des 7. Oktober gab es auf ynet news einen Artikel über einen möglichen Hamasangriff, der dann tatsächlich kam. Da kann einem leicht der Gedanke kommen, dass die Regierung das Risiko und die möglichen Folgen bewusst einkalkuliert hatte.
Und tatsächlich war unmittelbar nach dem Hamasangriff plötzlich das ganze Land geeint und selbst Monate später, nachdem die alten Risse in der Gesellschaft langsam wieder zum Vorschein kommen, herrscht eine gewisse Einigkeit, wenn es um die Verteidigung des Landes geht.
Der jetzige "Schlagabtausch" ist in gewisser Weise ein kleines Spiel mit den Muskeln, wo es weniger darum geht, dem anderen zu schaden, als vielmehr vor der eigenen Bevölkerung gut da zu stehen.
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Conny • 19.04.2024
"..Gefühl...alles bewusst einkalkuliert"
Das ist das generelle Problem, wenn man sich viel über diverse Kanäle informiert, wie das nur heutzutage im digitalen Zeitalter möglich ist: man verliert ziemlich zügig sein (Ur)Vertrauen in die Führungskräfte und deren Hintermänner, denn man ist mit der bodenlosen Tiefe der Korruption in allen Bereichen konfrontiert.
Aber was will man machen..?
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Hans Falkenau • 20.04.2024
Interessanter Gedanke, Conny! Die Frage ist, was besser ist: die „alte“ Welt, in der wir nur die herkömmlichen Nachrichtenquellen hatten und dann entsprechend mehr „Orientierung“ hatten - oder die „neue“ Welt, die mehr kritische Informationsquellen bietet, dafür aber auch zu mehr Zweifeln in allen Bereichen führt?
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