Anmoderation von Marie Stüdemann:
Der Artikel von BILD selbst ist dürftig, weil es nur ein Aufruf ist, aber die Frage ist interessant: Wo spart Ihr in Zeiten der Krise?

Kommentare (10)

Conny • 11.03.2023
Meinen Beitrag habe ich ja schon unten eingestellt. Hier noch etwas anderes: während mir fast keine Stellschrauben mehr einfallen, an denen wir zwecks Einsparungen drehen könnten, da wir ohnehin schon sparsam leben, fallen mir in meiner Stadt unzählige Dinge auf, die in den letzten Jahren etabliert wurden und die unnötig Energie und Geld fressen.
Sie zeugen von einem Energiewohlstand, der wohl für die Ewigkeit angenommen wurde. Beispiele:
- überall in unserer Stadt sind in den letzten Jahren Plakatwände aus dem Boden geschossen, die nicht nur beleuchtet sind, sondern auch blinken oder sich drehen oder das Bild wechseln.
- Über den städtischen Schnellstraßen wurden Anzeigetafeln angebracht, die wenn es nicht gerade Stau oder Baustellenhinweise gibt, einem die Tagestemperatur anzeigen oder die Zeit.
- An allen Tramstationen wird nun blinkend angezeigt, wann oder ob die nächste Tram kommt. Selbst auf stillgelegten Strecken läuft Tag und Nacht über Monate der Schriftzug, dass auf dieser Strecke keine Tram mehr verkehrt. Wie konnten wir eigentlich jemals mit normalen Hinweisschildern existieren?!
- In Schulräumen läuft die Heizung auf Maximum, so dass Fenster geöffnet werden müssen, da sich manuell nichts regulieren lässt; in einem seit Jahren nicht mehr benutzten Dachraum stand der Heizkörper auf Maximum. Keiner Hausmeister kam mal auf die Idee, dort den Heizkörper zu kontrollieren und auszudrehen. Lichter brennen die ganze Nacht --- etc.
Wie sieht das in euren Städten aus?
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Hans Falkenau • 11.03.2023
Hallo Conny, Deine Beobachtung ist sicherlich interessant. Allerdings darfst Du nicht vergessen, dass viele leuchtende Geräte heute mit LEDs laufen. Das heißt, es kann sein, dass diese vielen Geräte zusammen kaum Strom verbrauchen. Du kannst das gut bei Bürohochhäusern oder Ladengeschäften sehen, wo vielfach ein abgedimmtes Licht die ganze Nacht durchbrennt. Bei den alten Glühlampen hätte niemand gewagt, sie freiwillig die ganze Nacht durch brennen zu lassen.

Die Doppelmoral sehe ich eher auf anderen Feldern, zum Beispiel wenn "Klimaaktivisten" und grüne Politiker wieder einmal um die Welt fliegen und von den abgelegensten Orten aus verkünden, dass sie die Mobilität der Bürger eingrenzen wollen.
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Conny • 12.03.2023
Sicher Hans, daran habe ich auch schon gedacht - wobei Bewegung sicher mehr Strom braucht als Licht oder?
Wie auch immer. Wenn wir schon von Doppelmoral sprechen: dein Argument, nämlich dass Beleuchtung so gut wie keine Energie frisst, passt dann nicht zu reduzierter städtischer Weihnachtsbaum Illumination und anderen öffentliche und privaten Lichteinsparungvorschläge im vergangenen Winter. Die laufen auch mit LEDs. Aber vielleicht wollte man ja nur ein "Zeichen setzen" (so wie bei den Masken), dass man die Sache ernst nimmt. Und das Sparen fällt natürlich leichter bei System irrelevanten Dingen, die nur Kosten verursachen und kein Geld bringen - im Gegensatz zur beleuchteten Werbung.
P.S.
Noch anderer Gedanke zu der wirklich guten Erfindung der LEDs: nur weil sie billig Licht geben, muss man nicht gleich Exzesse treiben. Gilt auch für andere Dinge, die in scheinbarem Überfluss vorhanden sind. Bei uns in der Straße, extrem verschlafenes Viertel - ab 22 Uhr ist hier nix mehr los - wurden neue LED Straßenlampen angebracht. Die sind derart grell, dass man die Augen zusammenkneifen muss, wenn man bei uns in die Straße einbiegt. Unsere Stadtwerke propagierten letztes Jahr in ihrem Magazin die Idee, dass man Bäume und Büsche auf Firmengeländen, wo Leute Nachtschicht arbeiten, taghell per LEDs illuminieren sollte, damit sie das Gefühl hätten, am Tag zu arbeiten. Hallo Mensch, du bist nicht die einzige Spezies auf dieser Erde!
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Piconbière • 11.03.2023
Ich bin Jahrgang 1956.
Das erste Familienauto war ein Leukoplastbomber mit 20 PS.
Die erste Waschmaschine haben wir 1972 gekauft.
Bis in die 80er Jahre hinein haben wir einmal die Woche gebadet und uns ansonsten mit dem Waschlappen (Gruß an Herrn Kretschmann) gewaschen. Und nicht gestunken.
In den Ferien sind wir zur Oma gefahren und nicht auf die Malediven.
Fleisch gab es am Sonntag. Unter der Woche auch mal Innereien.
Geheizt wurde nur im Wohnzimmer und in der Küche.
Das Essen kam teilweise vom Aldi, teilweise vom Tengelmann und teilweise aus Wald und Wiese.
Zum Trinken gab es Tee, Kakao oder Wasser aus der Leitung.
Wir hatten ein Telefon mit Wählscheibe.
Kindergeld gab es lange Jahre überhaupt nicht, dann gab es ein wenig Begabtenförderung.
Mit 14 habe ich mein erstes Taschengeld bekommen. 2 Mark 50 pro Woche.
Wir hatten nie Geld und kleine Ansprüche. Sparen war sozusagen in der DNA eingepflanzt.
Insofern habe ich keine Probleme mit Einbußen beim Lebensstandard.
Probleme habe ich damit, das mir dies mit voller Absicht von Leuten eingebrockt wurde, die keine Ahnung vom wirklichen Leben haben, weil sie noch nie in ihrem Leben für ihren Lebensstandard selbst aufkommen mussten.
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Hans Falkenau • 11.03.2023
Du triffst den Nagel auf den Kopf, Piconbière (was heißt das eigentlich?)!

Das Problem ist der nicht der Mangel. Ich glaube sogar, dass selbst die verwöhnten Deutschen sich schnell darin einrichten können. Die Bundeswehr tut das übrigens seit Jahrzehnten und gilt dennoch weltweit als zuverlässiger Partner. Das Problem ist, dass dieser Mangel nicht sein muss, sondern im Grunde politisch gewollt ist.
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Grüne Flora • 12.03.2023
Diese Behauptung ignoriert – wieder einmal – dass die Energiewende nicht aus einer Laune heraus betrieben wird, sondern als Antwort auf den Klimawandel.
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Conny • 11.03.2023
Volle Zustimmung zu deiner letzten Bemerkung.
Meine Eltern sind Kriegskindergeneration, teilweise mit mehrmaligem Verlust all ihrer Habe durch Flucht - zuletzt aus der DDR am Tage bevor die Grenze geschlossen wurde. Ich bin aufgewachsen mit dem Gedanken der größtmöglichen Ressourcen-Schonung: alles, wirklich alles wurde bei uns wiederverwertet. Ein Kinderlätzchen bekam ein zweites Leben als Waschlappen, danach ein drittes als Putzlappen. Wollten wir als Kinder etwas gekauft bekommen, hieß es: "schau mal, das können wir auch selbst basteln". Ich hatte zum Beispiel Tierbücher, die mein Vater mir aus ausgeschittenen Magazinbildern zusammen geklebt hat. Praktische Materialien wurden aufgehoben und wiederverwertet. Mach ich immer noch. Als Grundschulkind habe ich mir eine Werkzeugkiste gewünscht, die mir mein Vater dann aus Holzresten zusammen gebaut hat. Ich habe sie noch immer.
Heutzutage leben wir materiell bescheiden, aber nach unserer Ansicht komfortabel genug und wir geben unser Geld v.a. für unsere Bildung aus. Da wollen wir auch nichts einsparen.
Ich habe einen bzw. mehrere Arbeitsplätze, die es meinen Klienten ermöglichen, nicht pendeln zu müssen. Ich biete also einen ortsnahen Service für andere Menschen an, für den ich jetzt bestraft werden, da meine Pendlerkosten in die Höhe schießen. Ich versuche das in der etwas wärmeren Jahreszeit durch Umsteigen aufs Fahrrad zu kompensieren, was dann 1 h Radeln pro Strecke beeinhaltet (ohne e). Damit schone ich unsere Ausgaben am meisten - und ich tue was für meine Fitness. Allerdings klappt das nur bei guter Gesundheit und einigermaßen akzeptablem Wetter.
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Hans Falkenau • 11.03.2023
Ich gehöre auch zu denen, die versuchen, durch Preissteigerungen keine Einbußen beim Lebensstandard erleiden zu müssen. Das heißt, ich schlage eher bei Rabattaktionen und schiebe die eine oder andere Neuerwerbung etwas nach hinten.
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Grüne Flora • 11.03.2023
@Marie Stüdemann:

Coole Frage, Marie! Ich setze vor allem beim Energieverbrauch an; also die Heizung etwas herunterdrehen, ohne dass ich wirklich friere; Strom sparen und zum Beispiel wieder mehr Bücher lesen und weniger am Laptop oder Smartphone hängen; und – wenn möglich – zum Fahrrad greifen und das Auto stehen lassen.
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Marie Stüdemann • 11.03.2023
Ich fange am besten mal gleich mit der ersten Antwort an: Die Inflation macht sich allmählich überall in höheren Preisen bemerkbar. Allerdings in anderen Sprüngen als den offiziellen Inflationsraten. Was eben noch 10 Euro kostete, kostet jetzt vielfach 15 Euro, was 100 Euro kam, macht nun 120.

Ich versuche erstmal, durch den Kauf von Eigenmarken wie "ja" wenigstens die Kosten für den täglichen Bedarf im Rahmen zu halten – und gleichzeitig das Lebensniveau zu halten.
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